Engel mit der AK ist das erste Album, welches über Kollegahs neues Label Alpha Music Empire erschienen ist. Ein miserabler Start. Wer dachte, nach Majoe wird es keinen mieseren Hype mehr geben, wird nun enttäuscht. Seyed schafft es nicht einmal zur Kollegah-Kopie, sondern bleibt einzig und allein ein talentloser Haufen Körperkunst.

Jetzt macht Seyed Alarm / Made in Iran / Komm mit Playmate im Arm

Seyed verschwendet kein Potenzial, er hat keins. Als Schützling des selbsternannten Bosses sollte man zumindest eine annehmbare Reimtechnik erwarten können, aber auch hier wird erneut enttäuscht und man wird das Gefühl nicht los, dass hinter den so deutlichen Doubles ein großer Witz steckt, den er selbst am wenigsten begreift. Neben dem fehlenden musikalischen Talent und dem Stimmbruch, den Seyed nicht in den Griff zu kriegen scheint, sind ein weiteres Problem die Inhalte. Nicht nur, dass die meisten Punchlines einfach nicht in den Takt passen wollen, nein, sie sind es nicht einmal wert neben den Takt geprügelt zu werden. Selbst der Takt ist es nicht wert beprügelt zu werden, weil die billigen Club-Beats in unter zehn Minuten entstanden sein müssen.

Drucklos rappt der Newcomer über seinen Block-Bau, Schlampen und Xerxes und meint alles ernst. Eben diese Ernsthaftigkeit zerstört erstens Kollegahs Image und zweitens Rap-Deutschland. Folgende „Punchlines“ erbitte ich mit eiserner Miene vorzutragen:

  1. Du kannst mich haten, aber nicht verleugnen, dass ich gut bin / Ich bin der cool prince
  2. Dort sind ihre Freundinnen da / Während sie die Getränke holt, mach ich ihre Freundinnen klar
  3. Ich bin von grundauf geil / Find das Hoodlife geil
  4. Ich nenne Schlampen nicht Schlampen, weil ich ein Macho bin / Ich nenne die Schlampen Schlampen, weil sie Schlampen sind
  5. Ackern bis zur Mittagspause / Facebook checken, weitermachen und dann nach der Schicht nach Hause / Oder zu ner Bitch nach Hause

Besonders schmerzhaft wird es, wenn die Aneinanderreihung solcher Aussagen in denkbar unpassender Weise stattfindet, also beispielsweise Seyed seiner Mutter für ihre Moralpredigten dankt (?!) und im Satz darauf der King ist, der die Szene killt. Ebenso weh tut es, wenn er so deep wie er halt kann von Liebe redet, seinen Kummer in Call Of Duty ertränkt und dann die schmalzige Hook einsetzt.

Auch wenn Seyed wohl lang an seinen Doubletime-Passagen geübt hat, ist sein Debüt-Album das wohl schlechteste neben Lionts Löwenkind geworden. Die Arroganz und Sicherheit, die hinter den wirklich grausigen Texten steckt, kann Seyed sich nicht erlauben und macht Engel mit der AK zum DSDS-Casting bei dem Kollegah den Bohlen mimt, der nicht auf den roten Knopf drücken möchte, weil irgendwie witzig ist das Ganze ja schon.