Gestern erschien das zweite Album von A$AP Ferg nach dem Debüt Trap Lord und direkt zu Anfang gibt er zu verstehen: Er ist jetzt auf einem neuen Level. Das neue Level beinhaltet mehr Features, Stimmbruch und Stimmungsschwankungen.
Das Album splittet sich in zwei Teile. Der erste Teil besteht aus Trap-Brettern, über die sowohl Ferg als auch hochkarätige Gäste wie Rick Ross, Schoolboy Q und seine Freunde aus dem A$AP Mob nahezu perfekt flowen, es wirkt so, als wäre der Beat nachträglich unter die Vocals gelegt und nicht umgekehrt. Besonders Let It Bang sei hier als Hit erwähnt, der erste Teil macht also richtig Spaß, da hat Darold Ferguson, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, gute Laune und macht Party.

Nachdem dann aber die Uzi Gang fertig herumgeuzit hat kehrt Ferg zum Pain zurück, der schon auf Trap Lord alles war, was er kannte. Jetzt kriecht er langsam aus dem Pain heraus und gibt jedem Ratschläge wie „Kopf Hoch“ und seine Mama unterstützt ihn darin, sie erzählt zum Beispiel, wie beautiful people doch sind. Mit dem thematischen Wechsel geht der Versuch einher, ein bisschen melodischer zu sein, zu singen ohne Autotune (!), ohne Chor im Rücken und auch in den Parts. Das artet teilweise zu sehr in Singsang aus, klingt aber nie besonders schlimm, denn technisch versiert passt das alles in den Takt.

Aus dem Stimmungstief kommt Ferg nicht heraus, auch wenn er zwischendurch immer wieder angerufen wird, aber ein raffinierter Kniff in I Love You, der eine besonders schnulzige Hook von Chris Brown gezimmert bekommen hat, ist ein Uhrenticken, was im ersten Part die Drums teilweise ersetzt; hätte man ruhig mehr draus machen können!
Das Album bietet in sich einen relativ guten Stimmungsbogen, die Flows bleiben recht konstant dope, aber wenn jemand Big Sean singen lässt, dass niemand ihm von „The World is mine“ erzählen kann, sondern er alles verlieren kann, kurz nachdem Ferg mit seiner Uzi durch die Straßen fuhr und von fuckin und suckin redet, dann wirkt das ein wenig unpassend. Zwei EP’s oder eine Pause in der Mitte hätte dem Album vielleicht gut getan. Aber Always Strive And Prosper und dann geht der Übergang von trappy Rumgeficke zu deepem Philosophieren vielleicht ein bisschen sauberer. An den einzelnen Tracks ist aber wenig auszusetzen und viele eingängige Hooks, viele gute Beats sind dabei. Ein bisschen geht er zurecht hinter Rocky unter, der konzipiert einfach besser und ist als Produkt stimmiger.